Ständig an der Brust? Das sagen die Quellen zum Clusterfeeding.
Als Clusterfeeding bezeichnet das Netzwerk Gesund ins Leben die Phasen, in denen ein Baby sehr oft an die Brust will. Was es ist, wann es vorkommt und wann du dir Hilfe holst: so schreiben es das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) und das Netzwerk, im Wortlaut und mit Link zu jeder Seite.
Was ist Clusterfeeding?
Den Begriff verwendet das Netzwerk Gesund ins Leben, das zum Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gehört. Das BIÖG schreibt, wie oft Neugeborene gestillt werden wollen.
„Solche Phasen, in denen das Baby gefühlt ständig trinken möchte, heißen Clusterfeeding. Das kommt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß Mahlzeitenhäufung. Es kann auch in der weiteren Stillzeit immer wieder vorkommen, dass das Baby sehr oft an die Brust will. Das Baby sorgt dann durch häufiges Saugen dafür, dass die Brust mehr Milch bildet. Das tut es zum Beispiel auch, wenn es bei einem Entwicklungsschritt mehr Milch benötigt. Clusterfeeding kann für die Mutter sehr anstrengend und nervenaufreibend sein. Es ist eine vorübergehende Phase.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Die meisten Neugeborenen wollen acht bis zwölf Mal in 24 Stunden oder häufiger gestillt werden. Viele Babys trinken meist in kürzeren Abständen und legen einmal in 24 Stunden eine längere Schlafpause ein.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Manche Babys möchten rund um die Uhr regelmäßig alle zwei bis drei Stunden trinken, andere trinken über einen Zeitraum von zwei bis sechs Stunden stündlich und schlafen dann länger.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Wann kommt es vor und wie lange dauert es?
„Etwa 36 bis 96 Stunden nach der Geburt beginnt die Brust, vermehrt Muttermilch zu bilden. Manchmal wird das als „Milcheinschuss“ bezeichnet, einem verwirrenden Begriff, weil ja bereits davor Muttermilch da ist. Oft möchte das Kind jetzt sehr häufig an die Brust, gerade auch abends und nachts.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Mit etwa sechs Wochen erreichen Säuglinge einen Wachstumsschub, der naturgemäß mit vermehrtem Hunger einhergeht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind nicht mehr richtig satt wird an der Brust, legen Sie es ein paar Tage lang öfter an. Das ist das Tolle am Stillen. Die Milchbildung wird so angeregt und kann sich dem wachsenden Hunger anpassen.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Clusterfeeding kann auch in der späteren Stillzeit auftreten, in Verbindung mit Wachstumsschüben. Oft dauert es zwei oder mehr Tage und ist überwiegend in den Abendstunden zu beobachten.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Wie lange dauert eine Stillmahlzeit?
Bei der Dauer nennen die beiden Quellen unterschiedliche Zeiten. Hier sind beide.
„Eine Stillzeit von 10 bis 45 Minuten ist normal. Pro Stillmahlzeit können bis zu sechs Milchspende-Reflexe erfolgen. Es stimmt also nicht, dass in den ersten zehn Minuten hauptsächlich getrunken wird, wie häufig gesagt wird.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Jeder Säugling hat ein individuelles Trinkverhalten. Manche Kinder trinken sehr langsam, andere hastig und schnell. Eine Stillzeit von 20 bis 45 Minuten pro Brustseite ist typisch. Aber auch bei deutlich kürzeren Stillmahlzeiten kann der Säugling ausreichende Mengen Milch trinken. Solange das Baby gut zunimmt, ist jede Stilldauer in Ordnung.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Heißt das, die Milch reicht nicht?
„Wenn Eltern wissen, dass diese anstrengenden Still-Phasen vorkommen können, müssen sie sich keine Sorgen um die Milchmenge machen.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Häufige, kürzere Stillmahlzeiten regen die Milchbildung an und sind für Mutter und Kind meist angenehmer als überlange Trinkperioden mit langen Zwischenpausen. Die Brust spannt dann nicht so leicht und das Baby muss nicht über Unruhe- und Hungerphasen hinweggetröstet werden.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
Woran erkenne ich, dass mein Baby genug bekommt?
Bei den nassen Windeln nennen die beiden Quellen unterschiedliche Zahlen. Hier sind beide.
„Wenn Ihr Kind zufrieden und lebhaft ist, häufig gestillt wird, sechs bis acht nasse Windeln und – in den ersten vier Wochen – zwei oder mehr Stuhlwindeln in 24 Stunden hat, erhält es sicherlich ausreichend Milch.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Anhaltspunkte, dass ein Baby genug Milch bekommt
Es ist allgemein lebhaft und aufmerksam,
nach dem Stillen meist zufrieden (wobei satte Babys auch mal unruhig sein können)
hat 5 oder mehr nasse Windeln am Tag (nach Beginn der reichlichen Milchbildung),
mit hellem, dünnen Urin,
hat regelmäßig Stuhlgang
und es wächst und gedeiht.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Wenn dein Baby Säuglingsmilch bekommt
„Pre-Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf, das heißt in vielen kleinen Portionen gefüttert werden – ganz nach dem Hungergefühl Ihres Babys. Drängen Sie Ihr Baby nicht, die Flasche auszutrinken. Sie würden es nur überfüttern und belasten.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Wenn Sie den Eindruck haben, der Hunger Ihres Babys sei gewachsen, sollten Sie in dem angegebenen Mengenverhältnis einfach etwas mehr Säuglingsmilch zubereiten.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
Wann du dir Hilfe holst
„Wann immer Sie Fragen zum Gewicht Ihres Kindes haben oder sich Sorgen machen, ob es genug Milch erhält, sollten Sie dies in der kinderärztlichen Praxis ansprechen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin aufsuchen,
wenn Ihr Kind auffällig wenig und kraftlos trinkt, viel spuckt oder erbricht;
wenn Ihr gestilltes Baby trotz häufigem Anlegen nicht richtig satt wird;
wenn Ihr Baby nicht recht wächst und gedeiht;
wenn Sie generell Bedenken zum Körpergewicht Ihres Babys haben.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Wenn Stillende das Gefühl haben, die Milch reiche nicht, können sie Hebammen oder qualifizierte Stillberatende um Rat fragen.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Waren das drei Mahlzeiten oder vier?
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Quellen
- Gesund ins Leben (BZfE): Habe ich genug Milch beim Stillen? ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Hilfreiche Tipps für den Stillalltag ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Still-Marathon: Was bedeutet Clusterfeeding? ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Mythen-Check rund ums Stillen ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Wie das Baby wächst und gedeiht ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Tipps für die Flaschenfütterung ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Mein Baby wird mit der üblichen Flasche offenbar nicht mehr satt. Soll ich mehr Milchpulver nehmen?
Jedes Zitat auf dieser Seite wurde am mit seiner Quelle abgeglichen. Keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu deinem Baby frag die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.
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