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Fieber beim Säugling? Im Zweifel ärztlichen Rat holen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), gesund.bund.de vom Bundesgesundheitsministerium und das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs sagen, ab wann ein Baby Fieber hat, wie man richtig misst und wann ärztlicher Rat nötig ist. Hier steht es im Wortlaut, mit Link zu jeder Seite.

Wann ärztlicher Rat nötig ist

Die drei Quellen ziehen die Grenzen nicht an derselben Stelle: beim Alter, bei der Temperatur und bei der Dauer. Deshalb kommt hier jede für sich zu Wort.

„In folgenden Fällen sollten Sie jedoch nicht zögern und mit Ihrem fiebernden Kind Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin aufsuchen:
Wenn Ihr Kind noch ein sehr junges Baby (0–3 Monate) ist und die Temperatur 38 °Celsius und mehr beträgt. Wirkt es insgesamt sehr schlapp, will nicht trinken oder treten Hautverfärbungen auf – auch schon bei einer Temperatur unter 38 °Celsius. Nicht jeder junge Säugling entwickelt schon Fieber, wenn eine Infektion vorliegt.
Wenn Ihr Kind berührungsempfindlich ist, schrill schreit oder Ihnen insgesamt sehr verändert und schwer krank vorkommt.
Wenn das Fieber bei älteren Babys und Kleinkindern bis zum Alter von zwei Jahren länger als einen Tag, bei älteren Kindern länger als drei Tage anhält.
Wenn das Fieber trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht zurückgeht.
Wenn weitere Krankheitszeichen auftauchen, zum Beispiel Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Hautausschläge, erschwertes Atmen oder „Nackensteife“.
Wenn Ihr Kind trotz fiebersenkender Maßnahmen und Rückgang der Temperatur teilnahmslos ist und nicht normal reagiert.
Wenn das Fieber zwar zurückgeht, Ihr Kind aber immer noch deutlich beeinträchtigt ist.
Wenn Ihr Kind bei Fieber überhaupt nicht trinken will.
Wenn Ihr Kind über 12 Stunden hinweg keinen Urin ausscheidet.
Wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hatte.
Wann immer Sie beunruhigt sind und sich Sorgen machen.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Ein Besuch in der Arztpraxis oder Notfallambulanz ist nötig, wenn:
das Fieber auf über 39 Grad steigt, bei Säuglingen auf über 38 Grad.
das Fieber schubweise oder wiederholt auftritt.
es länger anhält als 3 Tage.
das Kind einen Fieberkrampf bekommt.
es einen steifen Nacken hat, teilnahmslos wirkt, unruhig oder verwirrt ist.
sich das Kind erbricht, Durchfall oder Bauchschmerzen hat.
es einen Hautausschlag hat.
das Kind länger nichts trinken will.
es ihm seit dem vorigen Besuch beim Arzt schlechter geht.“ gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit)
„Bei Fieber schwitzt ein Kind stärker. Das kann dazu führen, dass es zu einem Flüssigkeitsmangel kommt. Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn das Kind sich weigert zu trinken.“ gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit)
„In bestimmten Situationen sollte ein krankes Kind aber so rasch wie möglich von einer Ärztin oder einem Arzt untersucht werden. Dazu zählen unter anderem:
Neugeborene mit Fieber über 38° Celsius,
Kinder jeden Alters mit Fieber über 40° Celsius – ab 41° Celsius besteht Lebensgefahr!
Fieber mit schwerer Atemnot; Warnzeichen dafür sind z.B., wenn sich die Nasenflügel beim Ein- und Ausatmen stark mitbewegen,
Fieber, das länger als drei Tage anhält,
Fieber, das schubweise oder wiederholt auftritt,
Fieber, das trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt,
wenn das Kind über längere Zeit nicht trinken will,
wenn das Kind über längere Zeit ohne erkennbare Ursache schreit und sich nicht beruhigen lässt,
wenn das Kind sehr schläfrig ist und sich nur schwer wecken lässt,
bei erstmaligem Auftreten eines Fieberkrampfes,
bei schlechtem Allgemeinzustand des Kindes,
wenn zum Fieber weitere Krankheitssymptome hinzukommen, z.B. punktförmige Hauteinblutungen oder andere Hauterscheinungen, Nackensteifigkeit, starke Lichtempfindlichkeit, starker Kopfschmerz, vorgewölbte Fontanelle bei Neugeborenen, plötzliches Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Unruhe, starker Durchfall, Schmerzen beim Harnlassen, veränderter Geruch des Urins etc.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)

Ab wann ein Baby Fieber hat

Bis zu welchem Alter die niedrigere Grenze gilt, schreiben die drei unterschiedlich: mal die ersten Lebensmonate, mal die ersten Lebenswochen. gesundheit.gv.at nennt dazu den Messort.

„Bei Kindern spricht man ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius von Fieber. In den ersten drei Lebensmonaten schon ab 38 Grad.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„36,5 bis 37,5 °Celsius: normale Körpertemperatur eines gesunden Kindes.
37,6 bis 38,4 °Celsius: erhöhte Temperatur.
Ab 38,5 °Celsius: Fieber (in den ersten Lebenswochen schon ab 38 °C)
Ab 39 °Celsius: hohes Fieber.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Wichtig für Eltern von Neugeborenen und sehr jungen Säuglingen ist es zu wissen, dass die Fähigkeit, mit Fieber zu reagieren, eventuell noch nicht voll ausgeprägt ist. Daher kann bei Messung „normaler“ oder nur „leicht erhöhter“ Temperaturen dennoch eine schwere Infektion vorliegen. Deshalb wird bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen schon ab 38 °Celsius von Fieber gesprochen.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad. Sie ändert sich im Verlauf des Tages: Abends ist die Temperatur meist um 0,5 Grad höher als morgens. Als erhöhte Temperatur gelten Werte zwischen 37,5 und 38,5 Grad.
Von Fieber spricht man ab 38,5 Grad, bei Babys unter 3 Monaten schon ab 38 Grad.“ gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit)
„Bei Kindern spricht man von Fieber, wenn die Körpertemperatur im Po gemessen 38,5° Celsius oder mehr beträgt.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)
„Die Körpertemperatur wird bei Kindern folgendermaßen eingeteilt:
36,5° bis 37,5° Celsius: normale Körpertemperatur
37,6° C bis 38,4° Celsius: erhöhte Temperatur
ab 38,5° Celsius: Fieber. Bei Babys in den ersten Lebenswochen schon ab 38°C.
ab 39° Celsius: hohes Fieber“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)
„Zusätzlich zur Körpertemperatur muss immer auch die Befindlichkeit des Kindes beurteilt werden. Ein Kind kann schwer erkrankt sein, auch wenn die Körpertemperatur nur leicht erhöht ist.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)

Fieber beim Baby richtig messen

Am genauesten ist für alle drei die Messung im Po. Ab welchem Alter auch Achsel oder Mund infrage kommen, schreiben das BIÖG und gesund.bund.de unterschiedlich.

„Für möglichst genaue Werte empfehlen Ärzteverbände, die Körpertemperatur bei Säuglingen und Kleinkindern im Po (rektal) zu messen. Dabei ist ein vorsichtiger Umgang mit dem Thermometer wichtig, damit es schmerzfrei ist.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Geben Sie ein wenig Creme auf die Spitze des Thermometers und führen es dann ganz vorsichtig, bis Sie einen Widerstand spüren etwa ein- bis maximal zwei Zentimeter in den Po (After) ein.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Fiebermessen im Po: Diese Methode wird auch rektales Fiebermessen bezeichnet. Sie liefert bei Säuglingen und Kleinkindern sehr genaue Ergebnisse. Die rektal gemessene Körpertemperatur kommt der Temperatur im Körperinneren am nächsten. Sie ist immer rund 0,5° Celsius höher als die Temperatur unter der Achsel, im Ohr oder an der Stirn.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)
„Exakt messen lässt sich die Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer – am besten dreimal täglich. Messungen mit einem digitalen Thermometer im Po sind am zuverlässigsten. Viele Eltern benutzen auch ein Ohr- oder Stirn-Thermometer. Im Mund oder unter der Achsel zu messen ist erst sinnvoll, wenn das Kind mindestens 4 Jahre alt ist.“ gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit)
„Bei Säuglingen wird das Messen im Ohr aufgrund des engen Gehörganges erschwert. Zudem kann viel Ohrenschmalz das Ergebnis verfälschen.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)
„Messungen im Mund sind erst dann möglich, wenn Kinder den Mund beim Messvorgang zuverlässig schließen und durch die Nase atmen können – schwierig bei verstopfter Nase. Ihr Kind darf auch nicht auf die Thermometerspitze, die unter die Zunge geführt wird, beißen. Daher sollte erst ab circa 5 bis 6 Jahren im Mund gemessen werden.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Messungen unter der Achsel sind im Kleinkindalter oft zu ungenau. Im Schulalter kann die Spitze des Thermometers dann meist schon zuverlässig in der Achselhöhle gehalten werden.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)

Den Fieberverlauf notieren

Das BIÖG schreibt dazu:

„Kontrollieren Sie die Temperatur regelmäßig, vor allem, wenn Ihr Kind noch klein ist und hohes Fieber hat. Nach Möglichkeit sollten Sie es aber nicht zu häufig durch Fiebermessen stören oder gar aufwecken. Am besten notieren Sie den Fieberverlauf, da einige Erkrankungen mit ganz typischen Fieberverläufen einhergehen. Falls ein Arztbesuch nötig sein wird, können Ihre Notizen dem Arzt oder der Ärztin wichtige Hinweise liefern.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Ihre Beobachtungen können dem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin hilfreiche Hinweise für die Diagnose geben: Wie lange hat Ihr Kind schon Fieber? Wie hoch ist bzw. war das Fieber? Fühlt sich Ihr Kind durch das Fieber sehr beeinträchtigt? Welche sonstigen Krankheitszeichen zeigt Ihr Kind – zum Beispiel Husten und Schnupfen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Hautausschlag?“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)

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Quellen

Jedes Zitat auf dieser Seite wurde am mit seiner Quelle abgeglichen. Keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu deinem Baby frag die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.

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