Wie oft stillen, wie viel trinken? Das sagen die Quellen.
Wie oft ein Neugeborenes trinken will und wie viel, an der Brust und aus dem Fläschchen: Dazu schreiben das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA), das Netzwerk Gesund ins Leben und das österreichische Gesundheitsportal. Wo ein Abschnitt nur vom Stillen oder nur vom Fläschchen handelt, steht es dabei. Alles im Wortlaut, mit Link zu jeder Quelle.
Stillen: Wie oft will ein Neugeborenes trinken?
Hier geht es ums Stillen. Wie oft ein Baby rund um die Uhr trinken will, steht nicht überall gleich, auch nicht bei Gesund ins Leben: Die Seite „Woran erkenne ich, dass mein Baby hungrig ist?“ nennt eine andere Spanne als „Warum stillen?“. Das dritte Zitat von Gesund ins Leben stammt aus der Broschüre „Das beste Essen für Babys“.
„Neugeborene haben einen kleinen Magen und brauchen häufige kleine Mahlzeiten. Wenn das Baby Hunger hat, sucht, saugt oder schmatzt es oft – es wird unruhig. Spätestens wenn es weint und sich sehr stark bewegt, sollte es die Brust bekommen. Stillen Sie acht bis zwölf Mal in 24 Stunden oder öfter – die Abstände zwischen dem Stillen können gerade am Anfang zwischen einer und drei Stunden lang sein.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Jedes Neugeborene hat seinen eigenen Essens-Rhythmus. Eines haben die meisten Babys aber gemeinsam: In den ersten Lebenswochen wollen sie häufig an die Brust angelegt werden. Meist sind das acht bis zwölf Mal in 24 Stunden, manchmal auch öfter. Das ist ganz normal.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Konkrete Empfehlungen nach dem Motto „x-mal in 24 Stunden“ oder „alle x Stunden“ gibt es nicht. Denn Babys sind in ihrem Stillverhalten sehr verschieden. Viele Säuglinge möchten anfangs zehn- bis zwölfmal in 24 Stunden angelegt werden. Doch ein Muss ist es nicht. Ist das Baby gesund, gedeiht es und nimmt es an Gewicht zu, dann ist es gut versorgt.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Wie oft und wie lange ein Kind an der Brust trinkt, bestimmt es selbst. Das heißt: Die Anzahl der Still-Mahlzeiten am Tag und die Dauer einer einzelnen Mahlzeit richten sich nach dem persönlichen Bedarf Ihres Babys. In der ersten Lebenswoche ist es normal, wenn Ihr Baby nach 1 bis 3 Stunden wieder gestillt werden möchte. Häufiges Stillen steigert Ihre Milchmenge.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Damit die gleichbleibende Milchbildung unterstützt wird, sollten in der ersten Woche nicht mehr als vier Stunden Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten liegen. Das Baby dann gegebenenfalls sanft aufwecken und anlegen. Auch bei geringer Gewichtszunahme, Trinkschwäche oder Gelbsucht sollten Sie dies nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt bzw. der Hebamme tun.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
Stillen: Wie viel trinkt ein Neugeborenes?
Auch hier geht es ums Stillen. Das zweite Zitat ist vom österreichischen Gesundheitsportal.
„Bei der Geburt ist der Magen eines Kindes winzig, gerade einmal so groß wie eine Kirsche. Das Baby trinkt häufig, weil pro Mahlzeit nur eine kleine Menge Milch in den Magen passt und nicht etwa, weil die Milch nicht reicht.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„In den ersten Tagen nach der Geburt reichen auch kleine Mengen der Vormilch aus, um das Baby zu ernähren, der Magen des Neugeborenen kann nur wenige Milliliter Flüssigkeit aufnehmen.“ gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs)
Fläschchen: Wie oft und wie viel Säuglingsmilch?
In diesem Abschnitt geht es um Säuglingsmilch aus dem Fläschchen. Die ersten drei Zitate sind von Gesund ins Leben, das letzte vom BIÖG.
„Als Erstes bekommt Ihr Baby Säuglingsanfangsnahrung. Sie wird mit „Pre“ oder „1“ bezeichnet. ... Flaschenmilch können Sie genau wie Muttermilch füttern, so oft und so viel Ihr Baby möchte.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„So viel oder wenig, wie das Baby möchte: Auf der Packung ist eine Trinkmenge angegeben. Die dient aber nur als grobe Orientierung. Das Baby zeigt, wann es hungrig und wann es satt ist.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Wann, wie oft und wie viel Sie füttern, hängt vom Hunger Ihres Babys ab. Achten Sie auf seine Signale. Die Angaben der Hersteller auf den Verpackungen dienen als Orientierung. Lassen Sie sich von empfohlenen Mengen oder den Eichstrichen auf dem Fläschchen nicht beeinflussen. Wendet sich Ihr Baby von der Flasche ab – auch wenn sie noch nicht leer getrunken ist –, dann ist es satt. Lehnt es die Flasche direkt zu Beginn ab, hat es noch keinen Hunger. Macht es einen zufriedenen Eindruck und nimmt an Gewicht zu, bekommt es ausreichend Nahrung. In den ersten Wochen trinkt das Baby häufiger kleine Mengen, auch nachts, weil pro Mahlzeit nur wenig Milch in den anfangs kleinen Magen passt.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Im Allgemeinen trinken Babys ihre Flasche in etwa 10 bis 15 Minuten. Ungeduldige sind vielleicht schneller, schlucken aber bei aller Hast auch mehr Luft. In der Regel sollte eine Flaschenmahlzeit so lange wie eine Stillmahlzeit dauern. Wenn Sie die Mahlzeit ohne Riesengeschrei unterbrechen können, tut ein Bäuerchen zwischendurch ganz gut. Pre-Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf, das heißt in vielen kleinen Portionen gefüttert werden – ganz nach dem Hungergefühl Ihres Babys. Drängen Sie Ihr Baby nicht, die Flasche auszutrinken. Sie würden es nur überfüttern und belasten.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
Woran merkst du, dass dein Baby satt ist?
Diese Zitate gelten fürs Stillen und fürs Fläschchen.
„Beim Stillen sowie beim Füttern mit der Flasche entscheidet das Baby, wann es genug getrunken hat. Wenn es satter wird, entspannt sich sein Körper immer mehr, es wirkt zufrieden, lässt Brustwarze oder Sauger los und schläft vielleicht ein. Es ist wichtig, dass Eltern und Betreuungspersonen diese Signale des Babys wahrnehmen und darauf eingehen. Entsprechend muss der Säugling die Flasche nicht zwingend bei jeder Mahlzeit leer trinken und sollte dazu auch nicht ermuntert werden.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Das Baby ist satt, wenn es:
aufhört zu trinken oder zu essen,
die Brustwarze oder den Sauger freigibt,
entspannt und zufrieden ist,
bei der Mahlzeit einschläft,
immer langsamer isst und trinkt,
Abwehr zeigt z. B. durch Wegdrehen des Kopfes oder Körpers, Wegschlagen des Löffels oder Verschließen seines Mundes.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Eltern sollten darauf achten, das Baby erst zu füttern, wenn es Hungersignale zeigt, also bereit für das Essen ist. Es sollte für sein Alter und seine Fähigkeiten angemessene Mahlzeiten angeboten bekommen. Das Baby entscheidet selbst, ob es isst oder trinkt und wie viel. Ablenkungen und Druck beim Essen sollten unbedingt vermieden werden, um die Entwicklung von Essproblemen und Übergewicht vorzubeugen.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
Stillen: Bekommt dein Baby genug Milch?
Diese Anhaltspunkte gelten für gestillte Babys. Bei den nassen Windeln nennen die Quellen nicht dieselbe Zahl, deshalb stehen hier alle drei Zitate. Das letzte stammt aus einem Beitrag von Gesund ins Leben für Fachleute.
„Wenn Ihr Kind zufrieden und lebhaft ist, häufig gestillt wird, sechs bis acht nasse Windeln und – in den ersten vier Wochen – zwei oder mehr Stuhlwindeln in 24 Stunden hat, erhält es sicherlich ausreichend Milch.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Anhaltspunkte, dass ein Baby genug Milch bekommt
Es ist allgemein lebhaft und aufmerksam,
nach dem Stillen meist zufrieden (wobei satte Babys auch mal unruhig sein können)
hat 5 oder mehr nasse Windeln am Tag (nach Beginn der reichlichen Milchbildung),
mit hellem, dünnen Urin,
hat regelmäßig Stuhlgang
und es wächst und gedeiht.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Ob ein Kind genügend trinkt, zeigt sich beispielsweise am Gewicht. Auch nasse Windeln sind ein Indikator dafür: In den ersten 48 Stunden füllt das Neugeborene eine bis zwei nasse Windeln, anschließend täglich sechs bis acht Windeln mit klarem oder blassgelbem Urin.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Das Gewicht im ersten Lebensjahr
Hier unterscheidet das BIÖG nicht zwischen Stillen und Fläschchen. Erst der Absatz, mit dem es seine Tabelle einleitet, dann die Tabelle selbst:
„Es ist ganz normal, dass Ihr Baby in den ersten Tagen nach der Geburt zunächst etwas abnimmt. Allerdings sollte mit sieben, spätestens aber mit ca. 10 Tagen das Geburtsgewicht in der Regel wieder erreicht sein. Die weitere Gewichtszunahme ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und von Baby zu Baby verschieden. Die folgende Tabelle zur durchschnittlichen Gewichtszunahme bietet eine Orientierung. Die Zunahme Ihres Babys kann für kurze Zeit aber auch einmal über oder unter diesem Wert liegen, ohne dass dies ein Problem bedeuten muss. Diese Daten können nur für gesunde und reif geborene Säuglinge zugrunde gelegt werden, nicht aber für Frühgeborene, unterernährte Neugeborene oder Säuglinge mit bestimmten Krankheiten oder Behinderungen.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
| Alter | Gewichtszunahme |
|---|---|
| 0 – 2 Monate | ca. 170 – 330 g/ |
| 2 – 4 Monate | ca. 110 – 330 g/ |
| 4 – 6 Monate | ca. 70 – 140 g/ |
| 6 – 12 Monate | ca. 40 – 110 g/ |
Wann zur Kinderarztpraxis, wann zur Hebamme?
Das BIÖG nennt diese Fälle. Die beiden anderen Zitate sind von Gesund ins Leben: das erste von der Seite übers Fläschchen, das zweite zum Stillen.
„Wann immer Sie Fragen zum Gewicht Ihres Kindes haben oder sich Sorgen machen, ob es genug Milch erhält, sollten Sie dies in der kinderärztlichen Praxis ansprechen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin aufsuchen,
wenn Ihr Kind auffällig wenig und kraftlos trinkt, viel spuckt oder erbricht;
wenn Ihr gestilltes Baby trotz häufigem Anlegen nicht richtig satt wird;
wenn Ihr Baby nicht recht wächst und gedeiht;
wenn Sie generell Bedenken zum Körpergewicht Ihres Babys haben.“ kindergesundheit-info.de (BIÖG)
„Wenn das Kind stark spuckt und nicht so wächst und gedeiht, wie erwartet, ist ein Besuch in der kinder- und jugendärztlichen Praxis nötig und hilfreich.“ Gesund ins Leben (BZfE)
„Bei allen Fragen zum Stillen helfen Hebammen und Stillberatende gerne weiter.“ Gesund ins Leben (BZfE)
Die Quellen nennen Spannen. Die App zeigt die letzte Mahlzeit.
Mitten in der Nacht hilft eine Spanne nur, wenn du weißt, wann die letzte Mahlzeit war. Bundle of Joy zeigt, wie lange sie her ist, auf deinem Handy und auf dem deines Partners. Fläschchen trägst du in ml ein, und beim Stillen merkt sich der Timer, welche Seite es war.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Stillen – wie der Start gelingt ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Woran erkenne ich, dass mein Baby hungrig ist? ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Warum stillen? ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Das beste Essen für Babys ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Hilfreiche Tipps für den Stillalltag ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Habe ich genug Milch beim Stillen? ()
- gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs): Stillen – gesunder Start ins Leben ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Fläschchen fürs Baby zubereiten ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Tipps für die Flaschenfütterung ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Hunger und Sättigung – so können Sie Signale richtig deuten ()
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Wie das Baby wächst und gedeiht ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Wie oft müssen Säuglinge gestillt werden? ()
- Gesund ins Leben (BZfE): Tipps fürs Füttern mit dem Fläschchen ()
Jedes Zitat auf dieser Seite wurde am mit seiner Quelle abgeglichen. Keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu deinem Baby frag die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.
Weitere Ratgeber: Clusterfeeding · Babystuhl · Schreibaby
Wann war die letzte Mahlzeit?
Auf euren beiden Handys: wer sie gegeben hat und welche Seite.